Degussa: Die Rückkehr einer großen Goldmarke
(Aus G&M, 14. November 2011) Sechs Jahre lang wurden die besonders in Deutschland beliebten Degussa-Goldbarren nicht mehr geprägt, seit dem 2. November sind sie zurück und erhältlich im neu eröffneten Goldladen der Degussa Sonne/Mond Goldhandel GmbH am Promenadeplatz 12 in München, direkt neben dem Hotel Bayerischer Hof. Die Vorgeschichte ist folgende: Bereits 2003 wurde das Edelmetallgeschäft des Degussa-Konzerns von der börsennotierten belgischen Umicor übernommen, die dann allerdings die Herstellung der Barren mit dem bekannten Logo zum 1. Januar 2006 einstellte. Sie blieben aber auf der Good Delivery-Liste der für den Goldmarkt maßgebenden London Bullion Market Association und kursierten weiterhin im Goldhandel.

Bis dann 2011 die Namensrechte an der Marke Degussa einschließlich der Rechte am Logo Sonne und Mond an die neu gegründete Münchener GmbH übergingen. Im Angebot sind die neuen Degussa-Goldbarren mit einem Gewicht von 1 Gramm bis zu 1 Kilogramm mit der höchsten Feinheit von 999,9/1000. Die Barren bis 100 Gramm sind geprägt, die größeren gegossen. Außerdem sind Silberbarren und Bullion Coins wie der Krügerrand erhältlich. Die Idee dabei ist, den Gold- und Silbererwerb – im Gegensatz zu den lästigen Usancen der meisten Banken – so einfach und unbürokratisch zu machen wie den Kauf einer Tafel Schokolade. Nur bei einem Gegenwert ab 15 000 Euro und beim (jederzeit möglich) Verkauf ist die Vorlage eines Personalausweises erforderlich. Geplant ist die Eröffnung weiterer Goldläden in anderen deutschen Großstädten und auch der Vertrieb über das Internet. Das Tafelgeschäft ist besser! Weitere Informationen unter www.degussa-goldhandel.de.


Dann droht der Ruin der deutschen Finanzen
(Aus G&M, 14. November 2011) Wenn die Kredite und Bürgschaften, die Berlin bis jetzt zwecks Euro-Rettung zugesagt hat, platzen bzw. fällig werden, kostet das laut Deutsche Bank den deutschen Steuerzahler 400 Milliarden Euro einschließlich Zinsen. Das ist mehr als der gesamte Bundeshaushalt, der sich in diesem Jahr auf 305 Milliarden summiert. Wenn dann auch noch gehebelt wird und weitere Länder, z.B. Italien, als Garanten der Rettungspakete ausfallen, steigt das Risiko in astronomische Höhen. Dann droht der Ruin auch der deutschen Staatsfinanzen und schon lange vorher der Verlust des AAA-Status. In der Finanzwoche vom 26. Oktober meinte Jens Ehrhardt, es sei davon auszugehen, daß die Garantien zu 100% fällig werden, nicht nur im Falle Griechenland. „Deutschland geht jetzt den in der Geschichte einmaligen Weg, sich ohne Zwang (wie nach einem verlorenen Krieg) in einem Ausmaß für Ausländer zu verschulden, wie dies wohl noch nie ein Land getan hat.“ Weiter: „Der Euro ist das unnötigste und gefährlichste anti-marktwirtschaftliche Experiment der Geschichte.“


Vier Jahrzehnte Goldgeschichte
(Aus G&M, 14. November 2011) Schauen Sie doch einmal auf die Seite www.lips-institute.ch. Sie pflegt das Andenken an Ferdinand Lips, den großen Vorkämpfer für gesundes Geld und einen neuen Goldstandard. Abrufbar sind zahlreiche Artikel und Vorträge seit 1970 und damit vier Jahrzehnte Gold- und Geldgeschichte. Alles übersichtlich präsentiert und sehr informativ. Glückwünsche an die Redaktion!


Zum Anschauen
(6. Juli 2010) Je ein Interview auf Deutsch und Englisch, die ich im Juni dem amerikanischen Goldexperten James Turk gegeben habe, können Sie anschauen unter
www.goldmoney.com/de/video/bandulet-interview.html und unter
www.goldmoney.com/video/bandulet-turk-interview.html.



Propaganda I: Auf in die Transferunion
(1. Juli 2011) Früher sollte uns der Euro retten, denn er war eine Frage von Krieg und Frieden, wie Helmut Kohl einmal sagte. Jetzt müssen wir den Euro retten – und
dafür wurden bisher runde 1000 Milliarden mobilisiert.
Die Rechnung ist nach oben offen, ein paar Milliarden mehr sind schließlich nur Peanuts. Interessant in diesem Zusammenhang, wie das deutsche Publikum neuerdings auf die Transferunion eingestimmt wird. Erst durfte ein eher unbekannter deutscher Historiker auf Spiegel online insinuieren, daß Deutschland als Zahlmeister der EU doch ganz gut wegkomme, wenn man bedenke, daß Griechenland und andere europäische Freunde genauso gut Reparationen für den Zweiten Weltkrieg fordern könnten. Dann zeigte sich der ZDF-Chef höchstpersönlich im Heute Journal, kommentierte die Euro-Krise und propagierte ganz unverhohlen die Transferunion. Die Zuschauer waren baff. Besonders einfältig schließlich der Kommentar von Georg Paul Hefty am 30. Juni in der FAZ: Auch in einer Familie werde mancher zeitweilig „durchgefüttert“. Und: „Gemeinschaft wird nie ohne Transfers zu haben sein.“ Zur Ehre der FAZ muß gesagt werden, daß die Wirtschaftsredaktion da ganz anderer Meinung ist.


Propaganda II: Turkish Delight
(4. Juli 2011) Lange genug hat Angela Merkel einen Beitritt der Türkei zur EU abgelehnt, demnächst könnte sie auch in dieser Frage umfallen. Darüber wird jedenfalls neuerdings in Berlin spekuliert. Ein Indiz dafür, daß die Öffentlichkeit nach und nach weichgeklopft werden soll, ist die kürzliche Wortmeldung von Daimler-Chef Zetsche. Er will die Türkei unbedingt in der EU haben. Ein anderes Indiz ist ein Gespräch des früheren EU-Kommissars Bolkestein mit der FAZ vom 4. Juli. Früher ein entschiedener Gegner des türkischen Beitritts, meint er jetzt, man müsse „neu nachdenken“. Das hat Gewicht, weil Bolkestein ein grundseriöser Mann ist. Er weiß übrigens auch, daß die Euro-Krise nicht im geringsten ausgestanden ist: „Nach einer griechischen Insolvenz könnten womöglich auch Portugal und Irland nicht in der Euro-Zone verbleiben“.